Fendt Geschichte: vom Dieselross bis zur AGCO-Übernahme

Die Geschichte von Fendt beginnt in Marktoberdorf: Johann Georg Fendt und sein Sohn Hermann bauten von 1925 bis 1927 die ersten Feldschlepper, 1930 folgte das Dieselross, 1948 der F15. Ab 1953 kamen die Geräteträger, Ende der 1950er Jahre die Reihen Fix, Farmer und Favorit. 1966 änderte sich das Design, 1997 übernahm AGCO die Marke.

Die Anfänge: Feldschlepper und Dieselross

Die Entstehung der Marke Fendt geht auf Johann Georg Fendt und seinen Sohn Hermann zurück, welche von 1925 bis 1927 die ersten Feldschlepper bauten. Ab 1930 wurde dann der erste Kleinschlepper mit dem Namen Dieselross konstruiert und wenig später hergestellt.

1933 verstarb der Firmengründer Johann Georg, sein ältester Sohn Xaver übernahm darauf die Firmenleitung, Inhaberin wurde die Witwe Kreszentia Fendt. Ungeachtet der Änderung in der Firmenleitung entwickelte sich das Dieselross zum Erfolgsmodell für Fendt, bereits 1940 wurden fast eintausend dieser Traktoren gebaut.

Fendt F18 Dieselross
Ein Fendt F18 Dieselross

Wiederaufbau mit dem F15

Das Ende des Zweiten Weltkriegs brachte für die Familie Fendt eine kurze Unterbrechung in der Firmenführung, da sie durch die Siegermächte von der Unternehmensführung ausgeschlossen wurde. 1948 wurde dies dann aufgehoben, und man machte sich sofort an den Wiederaufbau der Firma. Hierzu wurde der neue Schlepper F15 konstruiert, welcher für kleine und mittlere Betriebe ausgerichtet war und mit vielen technischen Besonderheiten sowie optisch mit einer für damals sehr ansprechenden runden Motorhaube aufwarten konnte.

Anfang der 1950er Jahre wurde das Traktorenprogramm um weitere Modelle im mittleren und höheren Leistungsbereich erweitert.

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Geräteträger mit Einholmsystem

Außerdem begann Fendt ab 1953 mit dem Verkauf von Geräteträgern mit Pritsche, welche im Unterschied zu den Konkurrenten wie beispielsweise den Lanz oder Eicher Geräteträgern mit einem Einholmsystem gebaut wurden. Letztendlich konnte sich nur Fendt mit ihrem GT-System und dem Einmannsystem (wie es zum Beispiel beim Fendt GT 220 zum Einsatz kam) am Markt durchsetzen. Lange Zeit war diese Sparte ein nicht unerheblicher Faktor im Traktorenprogramm der Firma.

Fendt GT 220 Geräteträger mit Pritsche
Ein Fendt GT 220 mit Pritsche

Der Film zeigt einen Fendt GT 231 mit Wetterverdeck:

Fix, Farmer und Favorit

Zum Ende der 1950er Jahre überarbeitete Fendt die Produktpalette der Standardtraktoren und passte sich damit den neuen Gegebenheiten des Marktes an. Die neuen Modelle der Fix (Kleinschlepper), Farmer (mittlere Anforderungen) und Favorit (Großschlepper) Reihen waren konsequent an die entsprechenden Bedürfnisse ausgerichtet und verschafften Fendt unter Mithilfe eines geschickten Marketings weitere Marktanteile.

Fendt Farmer 2 mit Wetterverdeck
Ein Fendt Farmer 2 mit Wetterverdeck

Neben technischen Verbesserungen überarbeitete das Unternehmen 1966 auch das optische Erscheinungsbild der Traktoren. Der Trend ging weg von der runden Motorhaube und hin zum eckigen sowie kantigen Design.

Seit 1997: Fendt und AGCO

1997 wurde Fendt vom amerikanischen Landmaschinenhersteller AGCO (Allis-Gleaner-Corporation) übernommen, die Marke Fendt und der Produktionsstandort Marktoberdorf wurden fortgeführt beziehungsweise beibehalten.

Ein besonderer Tipp für Liebhaber: Im Fendt Werk in Marktoberdorf befindet sich ein Ausstellungsraum mit historischen Schleppern, unter anderem ist der 100.000. gebaute Fendt Schlepper, ein vergoldeter Farmer 2 aus dem Jahr 1961, zu sehen. Im Rahmen einer Werksbesichtigung kann diese Ausstellung beispielsweise besucht werden.

Im nachfolgenden Video werden einige schöne Fendt Traktoren gezeigt, viel Spaß dabei!

Häufige Fragen zur Fendt Geschichte

Was änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg bei Fendt?

Nach Kriegsende wurde die Familie Fendt durch die Siegermächte von der Unternehmensführung ausgeschlossen. 1948 wurde das aufgehoben, und mit dem neuen Schlepper F15 begann der Wiederaufbau der Firma.

Was war das Besondere an den Fendt-Geräteträgern?

Ab 1953 verkaufte Fendt Geräteträger mit Pritsche, die im Unterschied zu den Konkurrenten mit einem Einholmsystem gebaut wurden. Mit dem GT-System und dem Einmannsystem, wie beim Fendt GT 220, konnte sich Fendt am Markt durchsetzen.

Wie ordnete Fendt Ende der 1950er Jahre sein Programm?

Fendt teilte die Standardtraktoren in die Reihen Fix (Kleinschlepper), Farmer (mittlere Anforderungen) und Favorit (Großschlepper) auf, ausgerichtet an den jeweiligen Bedürfnissen.

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Über den Autor: Andreas Bernhard sammelt und dokumentiert seit vielen Jahren historische Schlepper und fährt seit 2012 einen eigenen Eicher EKL 15/1. Auf alter-traktor.de trägt er technische Daten, Fotos und Videos dazu zusammen. .

Angaben nach Herstellerunterlagen und Fachliteratur; Abweichungen einzelner Fahrzeuge sind möglich.