Eicher Geschichte: von Forstern bis zum Ende der Produktion
Die Geschichte von Eicher beginnt 1936 in Forstern in Oberbayern: Die Gebrüder Albert und Josef Eicher bauten einen ersten Schlepper mit Deutz-Motor, ab 1938 lief der T22 in Serie. 1948 folgte der ED 16/I mit luftgekühltem Motor, ab 1953 die Geräteträger, ab 1959 die Raubtierserie. Ende der 1990er Jahre endete die Herstellung von Eicher-Traktoren in Deutschland.
Die Anfänge in Forstern

Die Entstehung der Firma „Gebrüder Eicher-Traktorenbau“ durch die Gebrüder Albert und Josef Eicher beginnt im Jahr 1936 in Forstern in Oberbayern. Damals wurde im dortigen Landmaschinenbetrieb ein erster Schlepper mit einem wassergekühlten 20-PS-Deutz-Motor hergestellt, nachdem zuvor bereits ein „Mähauto“ gebaut wurde.
Ab 1938 wurde eine verbesserte Version, der T22, in Serie gefertigt. Dieser war mit einem (ebenfalls wassergekühlten) 22-PS-Deutz-Motor und einer serienmäßigen Zapfwelle ausgestattet. 1942 wurde dann per kriegsbedingter Zwangsverordnung der Bau von Dieseltraktoren eingestellt und auf Generatorentechnologie umgestellt.

Luftgekühlte Motoren ab 1948
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1948 der erfolgreiche Typ ED 16/I präsentiert, in dem der luftgekühlte Motor ED 1 (Eicher-Diesel 1 Zylinder) verbaut wurde. Damit war Eicher der erste Hersteller, der luftgekühlte Aggregate in Traktoren einsetzte.
Diese Technologie wurde letztendlich von nahezu allen Schlepperherstellern übernommen und über viele Jahrzehnte im Traktorenbau eingesetzt.

Neue Typen und Geräteträger
Kurz darauf wurde der ED 16/I durch den Typ 16/II abgelöst und, angespornt durch den damaligen Absatzboom, das angebotene Traktorenprogramm durch weitere, leistungsstärkere Typen wie beispielsweise den Typ 25/II oder den L28 erweitert. Sehr innovativ war die Firma Eicher auch bei der Entwicklung von Geräteträgern (Eicher-Kombi) mit zwei Holmen, welche in der Zeit von 1953 bis 1970 gebaut wurden.

Raubtierserie und Typnummern
Ab 1959 wurde die Raubtierserie eingeführt, mit der fortan auch zwei Bezeichnungen verwendet wurden. Die Tiernamen wurden im Verkauf verwendet, die technischen Modellnamen kennzeichneten die verschiedenen Modellreihen.
Allradbetriebene Traktoren von Eicher erhielten ab 1965 die geraden technischen Bezeichnungen und Hinterrad-Schlepper die ungeraden (wie z. B. 3009).
Das Ende der Produktion
In den 1970er Jahren stellte ZF die Produktion von bestimmten Getrieben ein, wodurch Eicher auf Massey-Ferguson ausweichen musste. Nach verschiedenen Übernahmen und Insolvenzanträgen in den 1980er und 1990er Jahren wurde letztendlich Ende der 1990er Jahre die Herstellung von Eicher-Traktoren in Deutschland eingestellt.
Landmaschinen und Transporter
Ergänzend kann noch erwähnt werden, dass Eicher neben Traktoren und Motoren auch Landmaschinen wie beispielsweise Pflüge und Ladewagen produzierte. Außerdem befanden sich kurzzeitig in den 1960er Jahren Kleinlastwagen mit der Bezeichnung Eicher-Schnelltransporter Farm-Express bzw. Trans-Express im Verkaufsprogramm.

Häufige Fragen zur Eicher Geschichte
Warum wurde 1942 der Bau von Eicher-Dieseltraktoren eingestellt?
1942 wurde per kriegsbedingter Zwangsverordnung der Bau von Dieseltraktoren eingestellt, Eicher stellte auf Generatorentechnologie um.
Welche Typen kamen nach dem ED 16/I?
Der ED 16/I wurde kurz darauf durch den Typ 16/II abgelöst. Angespornt durch den Absatzboom kamen leistungsstärkere Typen wie der Typ 25/II oder der L28 dazu.
Was waren die Eicher-Geräteträger?
Eicher entwickelte Geräteträger (Eicher-Kombi) mit zwei Holmen, die von 1953 bis 1970 gebaut wurden.
Warum wechselte Eicher in den 1970er Jahren zu Massey-Ferguson?
In den 1970er Jahren stellte ZF die Produktion von bestimmten Getrieben ein, wodurch Eicher auf Massey-Ferguson ausweichen musste.
Was baute Eicher außer Traktoren?
Neben Traktoren und Motoren produzierte Eicher Landmaschinen wie Pflüge und Ladewagen. In den 1960er Jahren gab es kurzzeitig auch die Kleinlastwagen Eicher-Schnelltransporter Farm-Express und Trans-Express.
© Andreas Bernhard
Angaben nach Herstellerunterlagen und Fachliteratur; Abweichungen einzelner Fahrzeuge sind möglich.